Geschichte & Chronik

Unsere zauberhafte Gemeinde gilt dank ihrer korrekten Bezeichnung „Pfaffenschlag bei Waidhofen an der Thaya“ als offizielle Trägerin von Österreichs längstem Gemeindenamen.

Die Gemeinde Pfaffenschlag liegt in 560 m Seehöhe in einer waldreichen Gegend mit hoher Luftqualität und umfasst eine Fläche von 29,67 km², etwa 36 % der Fläche sind bewaldet. Sie umfasst die Orteschaften Arnolz, Artolz, Drösiedl, Eisenreichs, Großeberharts, Kleingöpfritz, Pfaffenschlag, Rohrbach und Schwarzenberg. 
In Pfaffenschlag selbst gibt es kaum historische Aufzeichnungen, lediglich  diözesan- und Landesarchive dokumentieren punktuell die historischen Ereignisse.Gemeindegebiet Pfaffenschlag im Bezirk WaidhofenThaya

Der Name Pfaffenschlag weist auf eine geistl. Gründung hin.
Es gibt verschiedene Theorien darüber. Die Gründung sei um 1150 von Mönchen des Klosters Garsten (Steyr OÖ) vorgenommen worden, die Besitz in der Grafschaft Raabs erlangt hatten. Diese Theorie scheint naheliegend zu sein, da sicher ist, dass das Schloss Garsten Rodungen und Ortsgründungen durchführte. Sie wird auch von den meisten Historikern vertreten. Das Stift Herzogenburg hatte zu dieser Zeit Besitzungen in dieser Gegend. Der erste bekannte Schlossherr nannte sich „Hans von Pfaffenschlag“ welcher 1334 von Albert von Puchheim hier Lehen erhielt. Im 13. Jhdt. wurde Pfaffenschlag aus der Pfarre Thaya, welche zur Herrschaft Raabs gehörte, gelöst und selbständig. Die Verwaltung geschah durch Kleinadelige. Es sind zwei Adelssitze bekannt (Haus Nr. 31 Pfaffenschlag) „Das Himmelstor“ und der Eisenreichshof (Haus Nr. 1 Eisenreichs). 1308 wird erstmals ein Pfarrer erwähnt: Pfarrer Konrad pachtete den Zehent des Stiftes Herzogenburg in Garsten. 1348 wurde Familie Puchheim Herrschaftsnachfolger des westl. Teil von Raabs und wählte Heidenreichstein zu ihrem Wohnsitz. So wurde Pfaffenschlag nach Heidenreichstein Dienstpflichtig und blieb es 500 Jahre lang.

Seuchen, Naturkatastrophen, Kriegsereignisse:
1679 bis 1680 starben in Pfaffenschlag 16 Personen an der P E S T
1688    große Sturmschäden an Wald und Häusern
1693    Heuschreckenplage
1698    Brücken durch Eisstoss weggerissen
1740    große Sturmschäden
1770    bis 1774 große Hungersnot
1780    brennt die untere Hälfte des Ortes Pfaffenschlag ab
            Häuser Nr. 1 – 6 und 28 bis 34 (mit Schloß und Meierhof)
1850    Ort und Kirche abgebrannt, die Häuser Nr. 15, 16, 38 und 39
            wurden vom Feuer verschont
1620    Feldzug Herzog Maximilian von Bayern (Truppendurchmarsch)
1645    Kirche und Pfarrhof verwüstet
1850    am 28. Mai wurde das ganze Dorf samt Pfarrhof, Kirche, Schule ein Raub der
            Flammen. Nur die alleinstehenden Häuser Nr. 15, Nr. 16, 
            Nr. 38 und Nr. 39 wurden von diesem Feuer verschont.
1866    Einzug der Preußen 
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1786 bei der Steuerregulierung unter Josef dem II. wurde aus den Ortschaften Artolz und Pfaffenschlag eine Katastralgemeinde (KG) gebildet.
1824 wurde der Franziszeische Kataster angelegt, dabei wurden der KG Pfaffenschlag auch die KG Schwarzenberg mit Ortsteil Drösiedl und die KG Eisenreichs zugeschlagen.
1850 bei der Konstituierung der Ortsgemeinden wurde eine Gemeinde bestehend aus den Katastralgemeinden Artolz, Schwarzenberg mit Ortsteil Drösiedl, Eisenreichs und Pfaffenschlag gebildet.
1970 bis zu diesem Jahr waren die Ortsgemeinden Großeberharts mit den Katastralgemeinden Arnolz und Dimling, sowie die Ortsgemeinde Kleingöfritz und die Ortsgemeinde Rohrbach – Motten selbständige Ortsgemeinden.
1971    wurden die Ortsgemeinden Kleinöpfritz, Großeberharts und der Ort Rohrbach zur Ortsgemeinde Pfaffenschlag eingemeindet. Die Ortsgemeinde Rohrbach – Motten wurde geteilt, die KG Motten wurde zur Stadtgemeinde Heidenreichstein eingemeindet.
Es entstand die „Großgemeinde Pfaffenschlag“

Drei Gründe für die Eingemeindung: 
Geografische Lage
Schule  (1705 erbaute der Pfarrer eine neue Schule am Haus Nr.9 in Pfaffenschlag, welche von den Schülern aus den Orten Pfaffenschlag, Gr.Eberharts, Arnolz, Artolz, Schwarzenberg und Drösiedl besucht wurden. Der Lehrer lebte von Abgaben aus den Orten, da noch kein Schulbesuchszwang bestand. Seit der Schulreform 1774 unter Maria Theresia (Maria Teresianische Schulreform) bestand in der Habsburgermonarchie die Schulpflicht für die Kinder aus allen Bevölkerungsschichten, denn das Gesetz verpflichtete alle Mädchen und Buben zu sechs Jahren Schulunterricht. 1880 wurde der Schulsprengel um den Ort Rohrbach vergrößert. Kleingöpfritz hatte eine eigene Schule (Kl.Göpfritz Nr. 12, links an der Landesstraße Richtung Gastern) bis 1970. Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 wurde die Volksschule geschlossen und deren Kinder (16 Schüler) zum Schulsprengel Pfaffenschlag zugeteilt.
Kirche 1637 wurden unter Pfarrer Baptist Wagner die Pfarrmatriken angelegt und er schrieb, dass die Orte Pfaffenschlag, Haslau, Seyfrieds, Gr. Eberharts, Arnolz und Eisenreichs zur Pfarre gehörten. 1759 wurden die Katastralgemeinden Schwarzenberg mit Ortsteil Drösiedl und Artolz von der Pfarre Heidenreichstein gelöst und in die Pfarre Pfaffenschlag eingepfarrt. 1929 wurde die Katastralgemeinde Rohrbach von der Pfarre Heidenreichstein gelöst und in die Pfarre Pfaffenschlag eingepfarrt. Kl.Göpfritz gehörte zur Pfarre Thaya, am 1. Oktober 1959 wurde Kl.Göpfritz von der Pfarre Thaya losgelöst und in die Pfarre Pfaffenschlag eingepfarrt, deshalb haben auch noch immer einige Familien ihr Familiengrab am Friedhof in Thaya.

Die NÖ Landesregierung hat in Ihrer Sitzung am 24. März 1981 beschlossen, der "Großgemeinde Pfaffenschlag" das Recht zur Führung dieses Gemeindewappens zu verleihen.

Gemeindewappen PfaffenschlagGemeindewappen Pfaffenschlag

Befassen wir uns ein wenig mit dem Wappen. Das Wappen von Pfaffenschlag bei Waidhofen an der Thaya wurde der Gemeinde am 24. September 1981 durch die NÖ Landesregierung unter Landeshauptmann Siegfried Ludwig verliehen. Es zeigt einen Mönch in schwarzer Kutte, der sich mit einer naturfarbenen Hacke auf einen braunen Baumstrunk stützt – ein Symbol für die geistliche Präsenz die für die Besiedelung des Gemeindegebietes entscheidend war. Die Hacke und der Baumstrunk symbolisieren die Rodung und Urbarmachung des Landes durch die geistliche Siedler.

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